… und Strukturreformen sind trotzdem nötig!
20. März 2025Industriepolitischer Frühling?
Frühjahrsgremiensitzung der Bayerischen Chemieverbände: Einblicke, Impulse und industriepolitische Weichenstellungen
Am 19. März 2025 fand die diesjährige Frühjahrsgremiensitzung der Bayerischen Chemieverbände in München statt. Traditionell kommen hierzu im Frühjahr die Mitgliedsunternehmen zu einer fachlichen und politischen Standortbestimmung der Branche zusammen. Gemeinsam mit Entscheidungsträgern aus Politik und Wirtschaft erörterten die Anwesenden die aktuellen Herausforderungen des Industriestandorts – und warfen dabei einen Blick auf die politischen Entwicklungen in Bayern, im Bund und in der EU.
In ihren einleitenden Ausführungen zur wirtschaftlichen Lage der Branche und den Schwerpunktthemen der Verbandsarbeit ordneten Dr. Christian Hartel, Vorstandsvorsitzender der Bayerischen Chemieverbände, sowie Dr. Markus Born, Hauptgeschäftsführer der Bayerischen Chemieverbände, die derzeit herausfordernde Ausgangssituation für die chemisch-pharmazeutische Industrie ein. Hohe Energiekosten, immer aufwendigere regulatorische Anforderungen und eine konjunkturelle Schwächephase belasten die Unternehmen in Bayern. Deshalb braucht es jetzt einen wirtschaftspolitischen Neustart mit planbaren Rahmenbedingungen – Maßnahmen zur Stärkung des Industriestandorts müssen rasch als spürbare Entlastung bei den Unternehmen ankommen.
Einblicke aus Berlin: Regierungsbildung und industriepolitische Weichenstellungen
Mit besonderer Spannung wurde der Impuls von Norbert Theihs, Leiter des VCI-Hauptstadtbüros, verfolgt. Dieser berichtete mit einem Blick in die „Glaskugel der Regierungsbildung“ von den laufenden Koalitionsverhandlungen in Berlin und betonte die Notwendigkeit einer industriepolitischen Kehrtwende. In der anschließenden Diskussion wurde nochmals klar, dass die Weichen jetzt dringend auf Wettbewerbsfähigkeit gestellt werden müssen.
Chemie-Cluster Bayern: Innovationskraft durch Vernetzung
Den Abschluss des internen Teils bildete der Beitrag von Dr. Patrick Prühs, Geschäftsführer des Chemie-Clusters Bayern, einer Plattform für Innovation, Technologietransfer und wirtschaftliche Zusammenarbeit, die Unternehmen Unterstützung in Bereichen wie Fördermittelberatung, Markterschließung und Technologietransfer bietet. Für die Wettbewerbsfähigkeit der bayerischen Chemieindustrie ist die Cluster-Arbeit daher ein entscheidender Faktor und ein Erfolgsmodell.
Bayerns wirtschaftspolitische Agenda im Fokus: Staatssekretär Gotthardt im Dialog mit der chemischen Industrie
Ein zentraler Programmpunkt war der Austausch mit Tobias Gotthardt, Staatssekretär im Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie, der in seinem inspirierenden Impuls die Bedeutung sozialmarktwirtschaftlicher Grundsätze darstellte und auch fachlich tief in die die Wirtschaft bewegenden Themen einstieg. Zusammenfassend plädierte er für einen zielführenden wirtschaftspolitischen Kurs mit Klartext, Mut zum politischen Handeln, der Politik als Möglichmacher und vor allem mit Pragmatismus.
Fazit: Dialog und Zusammenarbeit stärken – Chancen gemeinsam nutzen
Die Frühjahrsgremiensitzung hat einmal mehr gezeigt, wie wichtig der Austausch zwischen Wirtschaft und Politik ist. Die Bayerischen Chemieverbände werden sich weiterhin intensiv für die Interessen ihrer Mitgliedsunternehmen einsetzen, mit Nachdruck pragmatische und zukunftsweisende Lösungen fordern und den Dialog mit der Politik aktiv gestalten. Denn auch wenn die Herausforderungen groß sind – die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit steht jetzt auf allen föderalen Ebenen im Fokus des Regierungshandelns. Das ist unsere Chance – machen wir gemeinsam das Beste daraus!
Fotos: Gerhard Winkler/Foto Winkler